UV-Schutz bei Sonnenschirmen: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie im Sommer unbeschwert draußen sein und das gute Wetter genießen möchten, brauchen Sie ausreichend Sonnenschutz. Sonnenschirm, Sonnencreme und Sonnenbrille – ohne geht’s nicht. Vor allem der UV-Schutz bei Sonnenschirmen wird hierbei unterschätzt. Aber spätestens dann, wenn Sie trotz Sonnenschirm einen dicken Sonnenbrand bekommen haben, werden Sie dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken. Was UV-Strahlung ist und woher Sie wissen, ob Ihr Sonnenschirm überhaupt UV-Schutz bietet, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Um zu verstehen, warum UV-Schutz so wichtig ist, muss man verstehen, was UV-Strahlung eigentlich ist.

UV-Strahlung – was ist das überhaupt?

UV-Strahlen sind ein Teil der Sonnenstrahlen. Sonnenstrahlen bestehen aus

  • wärmespenden Infrarot-Strahlen (IR)
  • sichtbaren Strahlen (Licht) und
  • ultraviolette Strahlen (UV)

UV-Strahlung ist im Vergleich zum sichtbaren Licht energiereicher und kurzwelliger. Und je kurzwelliger die Strahlen sind, desto gesundheitsschädlicher sind sie. UV-Strahlen sind nämlich nicht alle gleich. 

UV-Strahlung wird unterteilt in:

  1. UV-A-Strahlen (Wellenlänge 400 - 315 nm). UV-A-Strahlen gelangen ungehindert zur Erde und dringen in die oberen Hautschichten ein.
  2. UV-B-Strahlen (Wellenlänge 315 - 280 nm). Die UV-B-Strahlen werden von der Atmosphäre herausgefiltert – vorausgesetzt, die Ozonschicht ist intakt. Weil dies aber nicht der Fall ist, erreichen bis zu 10 Prozent der UV-B-Strahlen die Erdoberfläche. Sie dringen tief in die Haut ein und lassen diese schneller altern.
  3. UV-C-Strahlen (Wellenlänge 280 - 100 nm). Die UV-C-Strahlung ist besonders energiereich und entsprechend gefährlich. Sie wird bereits in den oberen Schichten der Erdatmosphäre ausgefiltert und erreicht die Erdoberfläche nicht.

Die Stärke der UV-Strahlung auf der Erde ist abhängig von Breitengrad und Sonnenstand. Deswegen sind die UV-Strahlen im Sommer stärker als im Winter und je näher Sie dem Äquator kommen, desto mehr nimmt sie zu. Gleiches gilt für Höhe: Auf einem Berg ist die UV-Strahlung stärker als im Tal. 

Dringen die UV-Strahlen der Sonne in die Haut ein, können sich die Erbinformationen der Hautzellen ändern. Dies führt langfristig zu Hautkrebs. Nach Angaben der European Skin Cancer Foundation (ESCF) steigt die Zahl der Menschen, die in Deutschland an Hautkrebs erkranken, jährlich um 7% bis 10%.

Den größten Risikofaktor stellt dabei die UV-Strahlung der Sonne dar. Aus diesem Grund plädiert die ESCF dafür, den Umgang mit der Sonne zu ändern. Denn: Das Sonnenkonto des Menschen beginnt sich bereits in der Kindheit zu füllen. Um ein zu rasches Auffüllen des Sonnenkontos zu verhindern, muss möglichst früh auf ausreichend Sonnenschutz geachtet werden. Und dabei hilft der UV-Index.

UV-Index – weltweiter Richtwert

Für die Stärke der schädlichen UV-Strahlen gibt es einen weltweit einheitlichen Richtwert, den sogenannten UV-Index. Eingeteilt werden die Werte von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie reichen von 0-15. Abhängig vom jeweiligen UV-Indexwert benötigen Sie einen Sonnenschutz. 

  • Bei Werten von 0 bis 2 braucht die Haut keinen Schutz.
  • Ab einem Wert von 3 werden von der WHO Sonnencreme, Sonnenbrille und Kleidung empfohlen.
  • Bei einem Wert ab 6 liegt bereits eine hohe gesundheitliche Gefährdung durch die UV-Strahlen vor. Hier sollten eine Kopfbedeckung und Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mehr als 15 benutzt werden.
  • Steigt der Wert auf über 8, empfiehlt die WHO einen Aufenthalt im Freien zwischen 11 und 15 Uhr zu vermeiden und selbst im Schatten UV-dichte Kleidung zu tragen. Alternativ wäre ein Aufenthalt unter einem Sonnenschirm mit hohem UV-Schutz möglich.

Der individuelle Schutzfaktor der Haut

Neben dem UV-Index spielt auch die individuelle Eigenschutzzeit der Haut eine wichtige Rolle bei der Frage, ob Sie einen Sonnenbrand bekommen oder nicht. 

Diese Tabelle zeigt Ihnen, wie lang die Eigenschutzzeit Ihrer Haut ist.

Eigentschutzzeit-Haut

Sie sehen: Um den eigenen Körper vor Sonnenbrand zu schützen, spielt der UV-Schutz beim Kauf eines Sonnenschirms eine wichtige Rolle. Verbringen Sie einen Sonnentag unter einem Schirm ohne UV-Schutz, wird auch der Eigenschutz der Haut versagen.

Doch woher weiß ich, ob der Sonnenschirm gut und effektiv vor gefährlicher UV-Strahlung schützt? Ein gutes Indiz ist der UPF-Wert.

UV-Schutzfaktor bei Sonnenschirmen

Der UV-Wert von Textilien wird in der Regel mit UPF (Ultraviolet Protection Factor) angegeben. Das Label UPF informiert Sie als Verbraucher über den jeweiligen UV-Schutzfaktor von Sonnenschirmen und Markisen.

Als Richtlinie gilt:

  • UPF 15 bis 24 = mittlerer Schutz
  • UPF 25 bis 50 = hoher Schutz
  • Ab UPF 50+ = ausgezeichneter Schutz

Der UV-Schutzfaktor wird aber nicht immer gleich ermittelt, es haben sich verschiedene Messarten etabliert. Deswegen sind die Schutzfaktoren auch nicht 1:1 vergleichbar.

Zu den beiden geläufigsten gehören der UV Standard 801 und der AS/NZS.

UV Standard 801

Bei der Messung nach dem UV-Standard 801 wird der UPF-Wert nicht nur beim neuen, trockenen und ungedehnten Stoff gemessen, sondern es werden auch alle Abnutzungserscheinungen und Witterungseinflüsse beachtet. Außerdem wird vom empfindlichsten Hauttyp (Typ 1) und einer maximalen Strahlungsintensität mit dem australischen Sonnenspektrum zum Höhepunkt des Sommers ausgegangen. Deswegen sind diese Werte verlässlich und praxisnah. 

Der jeweils ermittelte UPF-Wert wird als Multiplikator für die Eigenschutzzeit der Haut verwendet, um den eigentlichen Protect-Wert zu ermitteln. Dieser verrät Ihnen um wieviel länger Sie unter dem Sonnenschirm sitzen können, ohne Sonnenbrand zu bekommen. 

Folgende UV-Protect-Stufen können erreicht werden: 2, 5, 10, 15, 20, 30, 40, 60 und 80. Eine Schirmdecke mit einem UVP 80 bietet damit den höchsten Sonnenschutz. 

AS/NZS 4399:1996

Bei der Prüfung des UV-Schutzfaktors nach AS/NZS 4399:1996, also nach australisch/neuseeländischem Standard, wird der UV-Schutz am neuen und trockenen Textil ermittelt. Hierbei wird das Sonnenspektrum von Melbourne, Australien nachgestellt.

DIN EN 13758

Beim europäischen Standard (DIN EN 13758) wird, genau wie beim australisch/neuseeländischem Standard das neue und trockene Textil getestet. Hierbei wird jedoch das Sonnenspektrum von Albuquerque (USA) zugrunde gelegt, welches in etwa der Sonneneinstrahlung in Südeuropa entspricht.

TIPP! Achten Sie beim Kauf des Sonnenschirms also unbedingt auf den UPF-Wert – auch wenn dieser, wie Sie nun wissen, nicht immer vergleichbar ist. 

Während shademaker, Glatz und Zangenberg den UPF nach australisch-neuseeländischem Standard ermitteln und Sie dort den Wert UPF50+ sehen, basieren die Werte von MAY auf dem UV Standard 801 und werden ausgegeben mit UV-Protect 40, UV-Protect 60 oder UV-Protect 80 – basierend auf dem UV Standard 801 ermittelten Werten. 

Unsere Sonnenschirme schützen Sie vor UV-Strahlung

Sämtliche Sonnenschirme, die Sie bei uns kaufen können, bieten Ihnen einen hohen UV-Schutz. Die Sonnenschirme von GLATZ, BaHaMa und Shademaker weisen einen Sonnenschutz von UPF 50+ nach australischem Standard aus. MAY-Schirme bieten, je nach Farbe, einen UVP zwischen 40 (weiße Schirmbezüge) und 80 und bei Zangenberg finden Sie einen UVP zwischen 30 und 80. 

Sonnenschutz und Kinderhaut

Vor allem bei kleinen Kindern spielt ausreichender UV-Schutz eine wichtige Rolle. Mit diesem Thema haben wir uns in unserem Whitepaper Sonnenschutz im Kindergarten auseinandergesetzt, das Sie kostenlos herunterladen können. 

Möchten auch Sie regelmäßig über neue Beiträge unseres Terrassenmagazins informiert werden? Dann abonnieren Sie einfach unseren kostenlosen Newsletter, den wir monatlich an unsere Kunden verschicken. 

Foto © Rudolpho Duba_pixelio.de


Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel